Einsätze / Formel 1 2008

Live ist größer als Fernsehen

 Große Herausforderung für die

Meckesheimer Feuerwehr

 

Mit großer Freude nahm Kommandant Matthias Grasse dieser Tage die Anfrage der Feuerwehr Hockenheim an, nachdem schon mehrmals Meckesheimer Feuerwehrangehörige auf dem Hockenheimring Renndienst durchführten, beim Großen Preis von Deutschland der Formel 1 die Boxenfeuerwehr zu stellen.

Am Wochenende vom 18. – 20. Juli werden 13 Meckesheimer Feuerwehrkameraden unter Leitung Ihres Kommandanten den Brandschutz in der Boxengasse sicherstellen.

 

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden ist neben der guten Ausbildung auch der besonders gute Umgang mit Hand und fahrbaren Feuerlöschern notwendig. Dieser wurde nochmals dieser Tage bei einer Übung auf dem Löschplatz der Fa. Total in Ladenburg verbessert.

 

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Außerdem steht noch eine Übung in der Boxengasse am Donnerstagabend an.

Über das Wochenende werden dann die Meckesheimer im Fokus von tausenden Fans auf dem Ring sowie Millionen Zuschauern im Fernsehen auf der ganzen Welt sein.

Zu diesem Ereignis wünschen wir uns natürlich interessante einmalige aber auch Unfallfreie Tage.

Im Nachgang des Rennwochenendes werden wir über das Erlebte berichten.


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Die Feuerwehr Meckesheim schnupperte Formel 1 Luft

Ein Bericht des Einsatzes auf dem Hockenheimring!!

 

Am Freitag den 18.7. begann um 5:45 Uhr für dreizehn Meckesheimer Feuerwehrangehörige ein ganz besonderer Dienst.

Wie schon berichtet wurden wir gefragt, nachdem schon öfters Dienste auf dem Hockenheimring durchgeführt wurden, ob wir zum GROSSEN PREIS SANTANDER der Formel 1 den Boxengassen Brandschutz übernehmen würden.

Nachdem wir eine Ausbildung in Theorie und Praxis durchgeführt hatten, starteten wir am Freitagfrüh nach Hockenheim. Bei einer kurzen Einsatzbesprechung auf der Feuerwache gab es letzte Infos und dann ging es auf den Ring. Neben der technischen Abnahme der FIA bezogen wir in einem Zelt unsere Aufenthaltsräume.

Daneben befand sich das Fahrerlager der großen Teams mit Ihren gewaltigen Motorhomes aus Stahl und Glas, ein faszinierendes Bild.

Doch nun ging es zur Arbeit. „Chief Fire Marshall“ Kommandant Matthias Grasse teilte zwei Gruppen ein und teils mit halber teils mit voller Besetzung wurde in der Boxengasse Feuersicherheits-wachdienst durchgeführt.

Auf dem Programm standen Trainings von Mini, Porsche Cup, Formel BMW und Formel GP Serien.

Und dann war es soweit: das erste Training der Formel 1; alle Stars hautnah Raikönnen, Heidfeld, Massa, Vettel, ohrenbetäubender Lärm (ohne Ohrstöpsel nicht auszuhalten), und eine einmalige Atmosphäre, das Rennfieber hatte uns angesteck

Plötzlich strömten hunderte von Reportern in eine Richtung: Am Ferrari Stand weilte der fünfmalige Weltmeister Michael Schuhmacher. Es war einfach unbeschreiblich welches Medieninteresse in der Boxengasse herrschte. Fotographen und Kameramänner an allen Ecken und Enden.

Bei einem PIT Walk (die Zuschauer dürfen in die Boxengasse) konnten wir unseren Landrat Herrn Schütz begrüßen. Wie im Flug verging der erste Tag, Dienstende war gegen 18:30 Uhr.

 

Am Samstagmorgen ging es wieder früh in Meckesheim los, was würde uns heute erwarten:

Auf dem Programm standen neben dem Qualifikationstraining der Formel 1 auch schon einige Rennen.

Wiederum waren wir in der Boxengasse den ganzen Tag über präsent, und so kam es auch im Laufe des Tages zu kleineren Einsätzen: Rauchentwicklung aus den Boxen, ausgelaufener Kraftstoff, Rauchentwicklung aus dem Motorraum; alles keine größere Probleme für die Meckesheimer.

Kurz vor dem Training der Formel 1 freuten wir uns dann über einen ganz besonderen Besuch:

Kreisbrandmeister Peter Michels und unser Bürgermeister Hans Jürgen Moos statteten uns eine Stippvisite ab. Auch sie waren vom Geschehen überwältigt.

Der Höhepunkt des Samstages war am Nachmittag das Rennen der Formel GP2, eine Rennklasse die der Formel 1 sehr ähnelt. 40 Runden mit Boxenstopp waren zu bewältigen; und wir bemerkten was uns am Sonntag erwarten würde!

Gegen 18 Uhr hatten wir Feierabend und schnell ging es nach Hause, um für den Sonntag fit zu sein.

Der Sonntag begann wieder mit einer Einsatzbesprechung; man sagte uns dass die Rennleitung bis jetzt sehr zufrieden mit uns wäre.

Auf dem Ring angekommen konnten wir bis zum Beginn der Rennen den Teams noch etwas über die Schulter schauen. Fast alle übten nochmals den so wichtigen Boxenstopp der mit Reifenwechsel und Tankvorgang nur wenige Sekunden dauerte.

Auf dem Programm standen nun den ganzen Tag über verschiedene Rennen und wir kamen fast nicht mehr zum verschnaufen. Spektakuläre Starts der Porsche oder Minis waren so spannend wie die Rennen selbst. Was am Vormittag immer mehr auffiel war der zunehmende Promi Alarm:

Neben den schon bekannten Fernsehreportern von RTL war neben einem Keke Rosberg auch ein Nicki Lauda zu sehen. Viele bekannte TV Sender aus aller Welt hatte Kamerateams in der Boxengasse.

An Promis erkannten wir Tim Mälzer, Franziska van Almsik, Ralf Möller und sogar der Boxweltmeister Wladimir Klitschko gab unseren Kameraden Autogramme.

Gegen 13 Uhr begann dann die Uhr rückwärts zu laufen: In einem Minutenplan war genau der Ablauf bis zum Start geplant und musste auch so umgesetzt werden.

Die F1 Boliden bezogen Ihre Starpositionen, wo schon die schön anzuschauenden Grid Girls Aufstellung genommen hatten.

Gotthilf Fischer dirigierte die Fans und alle fast 70000 Fans sangen die Nationalhymne (Gänsehaut Atmosphäre). Noch fünf Minuten bis zum Start: Jeder legte nun die komplette Hitzeschutzausrüstung an. Punkt 14 Uhr: Start des Formel 1 Großen Preis von Deutschland und wir waren mit einem sehr verantwortungsvollem Job mittendrin.

Über den Rennverlauf brauchen wir nicht groß zu berichten, er war ja live im Fernsehen.

Die Boxenstopps wurden von uns sehr genau beobachtet, es waren jedoch und Gott sei Dank keine nennenswerten Unfälle zu verzeichnen.

Eine Schrecksekunde hatten wir jedoch trotzdem.

Timo Glock brach bei Mitte des Rennens eine Hinterachsaufhängung. Er schleuderte auf der Start/ Zielgerade genau in unsere Boxenmauer. Ein Kamerad der in diesem Bereich steht ist zwar gut durch einen Schutzzaun geschützt, trotzdem steckte Ihm der Schrecken in den Knochen. Hautnah konnten wir verfolgen wie der Fahrer aus seinem Wrack fast unverletzt befreit wurde, Glück gehabt!

Am Ende war es ein spannendes Rennen mit einem überragenden Sieger.

Louis Hamilton und Norbert Hauck von McLaren Mercedes können die Siegerpokale entgegen nehmen. Da wir nach dem Rennen bei den Fahrzeugen den Brandschutz sicherstellen mussten konnten einige von uns sogar den Champagner des Siegers schnuppern, nach Benzin und Gummiduft ein etwas angenehmerer.

Gegen 17 Uhr endete dann langsam unser erster Renndienst als „FIRE MARSHALLS OF PIT LANE“ in der Formel 1.

Erfreulich am Ende des Wochenendes war noch die Bewertung der FIA Kommission die unsere Leistung mit einer „EINS“ bewertete.

Alle Teilnehmer waren sich einig das dieses Wochenende zwar kein Zuckerschlecken war, jedoch alle sofort wieder bei solch einem Abenteuer dabei wären!

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